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Wir freuen uns auf Ihren Besuch:

Sonntag, 21. Februar 2021, 11:00 Uhr Gottesdienst in der St. Antonius-Kirche in Bad Grund

Sonntag, 7.März 2021, 9:30 Uhr Gottesdienst in der Maria-Magdalenen-Kirche Wildemann

Zur Zeit wegen der Corona-Pandemie Anmeldungen erforderlich (Tel. s. unter Ihrer Kirchengemeinde)

1. Sonntag in der Passionszeit

Invokavit - Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören (Psalm 91,15)

Jesu Versuchung

Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat herzu und sprach zu ihm:

Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«

Da führte ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm:

Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Ps 91,11-12): »Er wird seinen Engeln für dich Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.« Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«

Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm:

Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.«

Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel herzu und dienten ihm. (Matthäus 4, 1-11)

Liebe Gemeinde!

Das Evangelium für den 1. Sonntag in der Passionszeit handelt von der Versuchung Jesu. „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“, so beten wir im Vaterunser.

Wer führt uns nun in Versuchung? Gott oder der Teufel? Papst Franziskus wollte den Wortlaut des Vaterunsers ändern. „Lass uns nicht in Versuchung geraten“. Einige Länder sind ihm gefolgt. Die deutschen Theologen haben sich dagegen ausgesprochen und das Vaterunser so gelassen, wie es uns von Jesus im Neuen Testament überliefert ist.

Der Teufel kann ja nicht wirklich ein Gegengott sein. Martin Luther hat stets betont, dass Gott eine unergründliche, finstere und zugleich eine liebende, zugewandte Seite hat. Auch der Mensch ist ein unergründliches Wesen.

Jesus sagt: „Nicht das, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Das Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen unrein (Markus 7,15.20).

Dazu gehören z. B. Pessimismus und Unfreundlichkeit. Pessimismus ist das Gegenteil von Glaube, Hoffnung und Liebe. In dem Wort Freundlichkeit steckt das Wort „Freund“. Als Christen sind wir berufen, immer mehr zu Freunden des Lebens, zu Freunden unserer Mitmenschen zu werden. 

Je nachdem, wie wir uns von unseren inneren Regungen bestimmen lassen - von den positiven oder den negativen - beeinflussen wir die Welt, die uns umgibt. Davon erzählt die folgende kleine Geschichte:

Es war einmal ein Hund. Der hatte gehört, es gäbe einen Tempel der tausend Spiegel. Darin könnte jeder die Wahrheit über sich selbst und die Welt erfahren. Und weil er gern wissen wollte, wie die Welt in Wahrheit beschaffen sei, machte er sich auf den Weg. Er wusste nicht, was ein Spiegel war und wie er wirkte. Aber er fragte nach dem Tempel und endlich fand er ihn. Es war ein ängstlicher Hund. Und weil er nicht zeigen wollte, dass er Angst hatte, fletschte er die Zähne3. Und so war das erste, was er sah, als er in den Tempel kam, ein Hund, der die Zähne fletschte. Er bekam Angst und fing an zu knurren. Und um ihn herum sah er lauter Hunde, die knurrten. Er droht und um ihn herum drohten lauter Hunde. Er bekam noch mehr Angst und fing an zu bellen. Und um ihn herum fingen alle Hunde an zu bellen. Am Schluss lief er vor lauter Angst aus dem Tempel hinaus und sagte:

„Jetzt weiß ich es bestimmt: Die Welt ist voller böser, bellender Hunde!“

Es gab einen anderen Hund. Auch er hatte vom Tempel der tausend Spiegel gehört, in dem jeder die Wahrheit über sich selbst und die Welt erfahren könnte. Er machte sich auf den Weg, den Tempel zu suchen, obwohl er nicht wusste, was ein Spiegel war und wie er wirkte. Und endlich fand er ihn. Er war ein freundlicher Hund. Und deshalb wedelte er mit dem Schwanz, als er den Tempel betrat. Und das erste, was er sah, war ein Hund, der ihn freundlich mit dem Schwanz anwedelte. Der Hund freute sich und sprang in die Höhe. Und um ihn herum sprangen lauter Hunde vor Freude in die Höhe. Der Hund hob seine Pfote hoch und alle Hunde hoben die Pfoten hoch und es schien ihm, als grüßten sie ihn. Er fing an, mit den Hunden zu spielen und alle spielten mit, und es wurde ihm immer glücklicher ums Herz. Und als er genug gespielt hatte, lief er befriedigt zum Tempel hinaus und sagte:

„Jetzt weiß ich bestimmt, die Welt ist voller kleiner, freundlicher Hunde!“         

(Fabel aus Indien. Herausgegeben 1984 von Ulrike Wagner, 2020 weitergeführt von James Allen, vgl. Songtext von Gerhard Schöne. Zeichnungen Pastor Hans- Jürgen Kutzner).

Liebe Leserinnen und Leser!

Die Wüstenväter raten, dass wir die negativen Regungen, die aus unserem Inneren aufsteigen, am Felsen des Wortes Gottes zerschmettern. So hat es Jesus mit jeder der drei Versuchungen getan, die in der Einsamkeit der Wüste über ihn kamen.

Dem kleinen Hund, der mit Angst, Pessimismus und Unfreundlichkeit zu kämpfen hat, wird es gewiss helfen, wenn er in Zukunft das Wort aus dem 27. Psalm vor sich hin sagt: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wen sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens; vor wem sollte mir grauen?!“

Suchen wir uns ein Wort aus der Bibel, das uns am Herzen liegt, und beten wir es in der Passionszeit Tag für Tag vor uns hin. Dann wird sich Gutes tun in unserm Leben!

Aus dem Gesangbuch:

1) Ach bleib mit deiner Gnade
bei uns, Herr Jesu Christ,
daß uns hinfort nicht schade
des bösen Feindes List.

2) Ach bleib mit deinem Worte
bei uns, Erlöser wert,
daß uns sei hier und dorte
dein Güt und Heil beschert.

3) Ach bleib mit deinem Glanze
bei uns, du wertes Licht;
dein Wahrheit uns umschanze,
damit wir irren nicht.

4) Ach bleib mit deinem Segen
bei uns, du reicher Herr;
dein Gnad und alls Vermögen
in uns reichlich vermehr. (EG 347)

Wochengebet VELKD:

Allmächtiger Gott,
Angst und Tod und Zerstörung,
wie kann es sie geben unter deinen Augen?
In der Liebe,
im Leiden bist du unter uns
und lässt dein Reich wachsen.

Überwinde das Böse,
den Mangel an Liebe,
wo dem Gewinn für sich selbst
Leben und Gesundheit anderer geopfert werden,
wo Gefühl zum Kalkül, wo menschliche Nähe zum Instrument wird
für eigene Interessen,
wo Menschen andere zu Waren machen.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Überwinde das Böse,
den Mangel an Glauben,
wo Menschen nur noch sich selbst vertrauen,
wo wir in den Kirchen die Sprache für deine Gegenwart verlieren,
wo uns die Kraft fehlt, zu dir ins Offene zu lauschen.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Überwinde das Böse,
den Mangel an Frieden,
wo Menschen getrieben sind und doch nicht wissen wohin,
wo Gewaltherrschaft keine Skrupel mehr kennt,
wo Krieg und Bürgerkrieg Menschen zu Bestien werden lassen.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Überwinde das Böse,
den Mangel an Wahrheit,
wo Täuschung, Zensur und Desinformation herrschen,
wo Menschen manipuliert werden,
wo Angst geschürt und aus Angst geschwiegen wird.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Überwinde das Böse,
den Mangel an Hoffnung,
wo Menschen sich zurückziehen,
wo sie nur noch funktionieren,
wo unwidersprochen Lebensräume zerstört werden.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Wir vertrauen dir,
du verborgener, du naher Gott,
dass du uns nicht uns selbst überlässt,
sondern in deiner Liebe verwandelst.

AMEN

Segenswort

Gott, segne uns mit einem Glauben, der Fragen stelle und um die eigenen Schwächen weiß.

Segne uns mit einem Glauben, der dich sucht und deinen Spuren nachgeht.

Segne uns, indem du uns Kraft gibst, der Versuchung, uns von dir abzuwenden, zu widerstehen.

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