Wir freuen uns auf Ihren Besuch:
 
Sonntag, 20. Juni 2021, 11:00 Uhr Gottesdienst im Antoniusgarten am Eichelberg in Bad Grund
(bei Regenwetter in der St. Antonius-Kirche)
 
Sonntag, 27. Juni 2021, 17:00 Uhr Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden in der St. Antonius-Kirche Bad Grund
 

Trinitatis bedeutet so viel wie "Drei in Einheit". Es wird damit das theologische Dogma der Dreieinigkeit (die Personen von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist in einem Wesen) zum Ausdruck gebracht. Im Deutschen spricht man dann von der Trinität, die oftmals in Form eines Dreiecks, in dem ein Auge abgebildet ist, zur Darstellung kommt.
Das Trinitatisfest gibt es seit etwa 1000 Jahren. Für die protestantische Kirche hat Trinitatis eine größere Bedeutung gewonnen als für die römische Kirche. Es ist das Fest des Glaubensbekenntnisses, und so wurde an diesem Tag das Bekenntnis besonders geehrt - durch Gesang und die Verlesung des Nizänischen Glaubensbekenntnisses, das in unserem Gesangbuch steht, aber nur selten bzw. an hohen Feiertagen gebetet wird (siehe unten!) vgl. VELKD, Kirchenjahr Evangelisch.

Gelobet sei der Herr,
mein Gott, mein Licht, mein Leben,
mein Schöpfer, der
mir hat mein Leib und Seel gegeben,
mein Vater, der mich schützt
von Mutterleibe an,
der alle Augenblick
viel Guts an mir getan.

Gelobet sei der Herr,
mein Gott, mein Heil, mein Leben,
des Vaters liebster Sohn,
der sich für mich gegeben,
der mich erlöset hat
mit seinem teuren Blut,
der mir im Glauben schenkt
das allerhöchste Gut.

Gelobet sei der Herr,
mein Gott, mein Trost, mein Leben,
des Vaters werter Geist,
den mir der Sohn gegeben,
der mir mein Herz erquickt,
der mir gibt neue Kraft,
der mir in aller Not Rat,
Trost und Hilfe schafft.

Dem wir das Heilig jetzt
mit Freuden lassen klingen
und mit der Engelschar
das Heilig, Heilig singen,
den herzlich lobt und preist
die ganze Christenheit:
Gelobet sei mein Gott
in alle Ewigkeit.

Dem wir das Heilig jetzt
mit Freuden lassen klingen
und mit der Engelschar
das Heilig, Heilig singen,
den herzlich lobt und preist
die ganze Christenheit:
Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit!
(EG 139)
 

Die ersten drei Strophen entfalten das Lob des dreieinigen Gottes – des Schöpfers, des Erlösers, des Kraft spendenden Geistes. Die Zusammenfassung in den letzten beiden Strophen mündet in das „Heilig“, das die Kirche in der Mahlfeierliturgie vereint mit dem ganzen Kosmos singt (Andreas Marti).

 

Liebe Gemeinde!

Die theologischen Gedanken zur Dreieinigkeit sind schwierig und sagen doch viel über das Wesen Gottes aus. Gott ist umfassender, als ein Mensch begreifen kann. Aber er lässt sich auf eine Geschichte mit den Menschen ein und offenbart ihnen mit der Zeit immer mehr von sich: Als Vater erwählt sich Gott ein Volk, als Sohn kommt er allen Menschen zum Heil. Schließlich bezieht Gott in jedem einzelnen Wohnung: als Heiliger Geist, Tröster und als Liebeskraft. Gott ist reine Beziehung. Niemand ist von seiner Gegenwart ausgeschlossen. Als „gesellige Gottheit“ hat Kurt Marti ihn beschrieben: Gott Vater, Sohn und den Heiligen Geist.

Was würde fehlen ohne eine der drei Personen? Die Stärke des Schöpfers? Die Menschlichkeit Jesu – auch im Leiden? Die Gegenwart Gottes im Geist? Gott ist in sich Gemeinschaft. Ich versuche, mir das vorzustellen: Eine Gottheit, die durch und durch Liebe ist, die nicht für sich bleiben kann. Und die meine Gesellschaft sucht! Die mich liebt und mich neben sich auf die Bank zieht und sagt: Komm, sag ehrlich, wie geht es Dir?

„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes (des Vaters) und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“ (2. Korinther 13,13)

Dieser Gruß am Anfang des Gottesdienstes oder am Anfang der Predigt nimmt das Thema des Sonntags Trinitatis auf: Gott ist einer. Und ist zugleich drei: Vater, Sohn und Heiliger Geist – ein Gott in drei Personen. Denken lässt sich das nicht wirklich. Dieses „Undenkbare“ verweist auf die Unbegreiflichkeit Gottes und lädt uns zur Anbetung ein:

Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! (Jes. 6,3)                                                                                                                                    vgl. VELKD, Kirchenjahr Evangelisch

Die Dreifaltigkeitsikone von Rubljow aus dem Jahr 1411 stammt aus der russisch-orthodoxen Tradition und ist in Deutschland weit verbreitet. In der Ostkirche wird die Heilige Dreifaltigkeit als das göttliche Geheimnis hoch verehrt. Vordergründig stellt die Ikone drei Engel dar, denn Gott selber sollte besser nicht gemalt werden. Deshalb werden nun die drei Engelboten gemalt, die im Alten Testament dem Abraham die Geburt seines Sohnes ankündigen. Gemeint aber ist die Dreifaltigkeit Gottes.

Jede der drei Personen hält einen Stab, das Sinnbild der Autorität; alle drei haben demnach die gleiche göttliche Autorität. Die drei Gestalten sind sich sehr ähnlich, doch nicht gleich. Es sind keine Rang- oder Altersunterschiede erkennbar. Die Gesichter der drei Personen ähneln einander in hohem Maße, so dass die Zuordnung zu den drei göttlichen Personen umstritten ist.

Vermutlich symbolisiert die Person in der Mitte Jesus Christus. Es ist eine kräftige Gestalt, menschgeworden und irgendwie griffig, konkret. Die Farben entsprechen der traditionellen Kleidung Jesu in der Malerei: Das rote Untergewand und das blaue Obergewand. Über ihm ist ein Baum dargestellt. Er erinnert an den Satz: „Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist.“ (Offenbarung 2,7)

Das Haupt des Engels in der Mitte ist dem Engel links zugeneigt und veranschaulicht, wie der Sohn dem Vater Gehorsam ist. Demnach symbolisiert der Engel auf der linken Seite Gott, den Vater. Sein transparentes güldenes Gewand verweist auf die Unsichtbarkeit Gottes. Der linke Engel ist schemenhafter als der mittlere und lädt weniger dazu ein, dass wir ihn anfassen. Gott Vater ist unfassbar! Über ihm ist ein Gebäude gemalt. Es erinnert an den Satz Jesu: „Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ (Joh. 14,2)

Gott Heiliger Geist ist die dritte Person am Tisch. Auch sein Gesicht neigt sich dem Vater zu. Über ihm befindet sich nichts Greifbares, lediglich Goldhauch, denn „der Geist weht, wo er will.“ (Joh. 3.8) Er ist die Kraft Gottes. Mit seiner Hand deutet dieser Engel auf eine rechteckige Öffnung im Tisch, die die Welt symbolisiert. Gott Sohn und Gott Heiliger Geist werden auf die Erde gesandt, um die Menschen zu erlösen.

Auf dem Tisch in der Mitte steht der Kelch, der an das Heilige Abendmahl erinnert. Auch die zwei Figuren links und rechts bilden mit ihren Silhouetten zusammen einen Kelch, der die mittlere Figur, Christus, umfasst – ein Gott in drei Personen!

Nun beanstandet C.G. Jung, dass es im Christentum lediglich um drei göttliche Personen geht. Quaternität, vier Personen im Bereich des Göttlichen würde er für angemessener halten.

Auf der Ikone sehen wir die drei Personen der Gottheit an drei Seiten des viereckigen Tisches. Irgendwie passt das nicht wirklich. Der Tisch ist nicht vollständig besetzt. Die vierte Seite ist frei und das ist wesentlich:

Die vierte Seite des Tisches ist für uns reserviert! Jesus hat das ewige Leben so beschrieben, dass wir zu Tische sitzen werden im Reich Gottes (Lukas 13,29). Ja, die Gemeinschaft Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes ist keine geschlossene Gesellschaft, sondern offen für uns. Diese „offene Gesellschaft“ wartet auf uns. Das Ziel unseres Lebens ist das Himmelreich Gottes, in dem wir voll und ganz hineineingenommen werden in die Liebe des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! AMEN

 

Die Dreifaltigkeitsikone von Andrej Rubljow aus dem Jahr 1411 stammt aus der russisch-orthodoxen Tradition und ist in Deutschland weit verbreitet. In der Ostkirche wird die Heilige Dreifaltigkeit als das göttliche Geheimnis hoch verehrt. Vordergründig stellt die Ikone drei Engel dar, denn Gott selber sollte besser nicht gemalt werden. Deshalb werden nun die drei Engelboten gemalt, die im Alten Testament dem Abraham die Geburt seines Sohnes ankündigen. Gemeint aber ist die Dreifaltigkeit Gottes.

Jede der drei Personen hält einen Stab, das Sinnbild der Autorität; alle drei haben demnach die gleiche göttliche Autorität. Die drei Gestalten sind sich sehr ähnlich, doch nicht gleich. Es sind keine Rang- oder Altersunterschiede erkennbar. Die Gesichter der drei Personen ähneln einander in hohem Maße, so dass die Zuordnung zu den drei göttlichen Personen umstritten ist.

Vermutlich symbolisiert die Person in der Mitte Jesus Christus. Es ist eine kräftige Gestalt, menschgeworden und irgendwie griffig, konkret. Die Farben entsprechen der traditionellen Kleidung Jesu in der Malerei: Das rote Untergewand und das blaue Obergewand. Über ihm ist ein Baum dargestellt. Er erinnert an den Satz: „Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist.“ (Offenbarung 2,7)

Das Haupt des Engels in der Mitte ist dem Engel links zugeneigt und veranschaulicht, wie der Sohn dem Vater Gehorsam ist. Demnach symbolisiert der Engel auf der linken Seite Gott, den Vater. Sein transparentes güldenes Gewand verweist auf die Unsichtbarkeit Gottes. Der linke Engel ist schemenhafter als der mittlere und lädt weniger dazu ein, dass wir ihn anfassen. Gott Vater ist unfassbar! Über ihm ist ein Gebäude gemalt. Es erinnert an den Satz Jesu: „Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ (Joh. 14,2)

Gott Heiliger Geist ist die dritte Person am Tisch. Auch sein Gesicht neigt sich dem Vater zu. Über ihm befindet sich nichts Greifbares, lediglich Goldhauch, denn „der Geist weht, wo er will.“ (Joh. 3.8). Er ist die Kraft Gottes. Mit seiner Hand deutet dieser Engel auf eine rechteckige Öffnung im Tisch, die die Welt symbolisiert. Gott Sohn und Gott Heiliger Geist werden auf die Erde gesandt, um die Menschen zu erlösen.

Auf dem Tisch in der Mitte steht der Kelch, der an das Heilige Abendmahl erinnert. Auch die zwei Figuren links und rechts bilden mit ihren Silhouetten zusammen einen Kelch, der die mittlere Figur, Christus, umfasst – ein Gott in drei Personen! Nun beanstandet C.G. Jung, dass es im Christentum lediglich um drei göttliche Personen geht. Quaternität, vier Personen im Bereich des Göttlichen würde er für angemessener halten.

Auf der Ikone sehen wir die drei Personen der Gottheit an drei Seiten des viereckigen Tisches. Irgendwie passt das nicht wirklich. Der Tisch ist nicht vollständig besetzt. Die vierte Seite ist
frei und das ist wesentlich:

Die vierte Seite des Tisches ist für uns reserviert! Jesus hat das ewige Leben so beschrieben, dass wir zu Tische sitzen werden im Reich Gottes (Lukas 13,29). Ja, die Gemeinschaft Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes ist keine geschlossene Gesellschaft, sondern offen für uns. Diese „offene Gesellschaft“ wartet auf uns. Das Ziel unseres Lebens ist
das Himmelreich Gottes, in dem wir voll und ganz hineineingenommen werden in die Liebe des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! AMEN

Das Nizänische Glaubensbekenntnis:

Wir glauben an den einen Gott,
den Vater,
den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt. Amen.

Einen gesegneten Sonntag geborgen in Gottes Liebe wünscht Ihnen

Ihre Pastorin Astrid Schwerdtfeger  

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